Laktatwochenende

Wie bereits lang und breit angekündigt sowie umfangreich diskutiert: diesen Samstag haben wir uns zum großen Laktat-Showdown im LaufLaden Axel Reusch getroffen. Sämtliche Probanden (chamey, phisei, dansic) hatten eine nahezu perfekte Vorbereitung, worunter in erster Linie der Verzicht auf sportliche Belastung und alkoholische Getränke in den Tagen vor dem Test zu verstehen ist. Ausreden sind somit überflüssig.

Chamey durfte/wollte als erste auf’s Laufband. Sie bereute diese Entscheidung ein bisschen, da man doch sehr unter Beobachtung steht und durch unverständliches Raunen der Umstehenden (barbara war auch noch dabei) über die bereits zu erkennende Laktat- und Pulsentwicklung ein wenig verunsichert wird. Dabei waren es ausschließlich wohlwollende Kommentare! Sowohl die Laufhaltung als auch die eigentlich betrachteten Messwerte waren vielversprechend.

Dann durfte phisei auf die „Strecke“. Seine Vorstellung wurde ebenfalls vom besagten Raunen begleitet – man will ja nicht, dass der Getestete sich schon während des Test Gedanken über sein zukünftiges Trainingsprogramm macht oder eventuell die Motivation verliert, den Hamster zu geben. Nach drei Minuten bei 14 km/h durfte phisei absteigen, obwohl noch was drin gewesen wäre. Merke: Beim nächsten mal mit Axel gleich zu Anfang ausmachen, dass jede Stufe angelaufen wird, so lange niemand freiwillig abbricht.

Ich war der Dritte im Bunde und macht zunächst durch starkes Bluten am Ohr auf mich aufmerksam. Da ich irgendwie doch von meiner Aufgabe in Beschlag genommen war, fiel mir das selbst nicht so auf und ich verstand erst beim Anblick meines blutverschmierten Halses und T-Shirt-Kragens im Spiegel ganz am Ende die Erheiterung meiner Begleiter. Der Test selbst verlief reibungslos und nach drei Minuten bei 16 km/h stieg ich mit 12,2 mmol/l Laktat freiwillig vom Band und hatte keinerlei Ambitionen auf härtere Belastung.

Relativ flott nach den jeweiligen Tests flatterten auch schon die Testergebnisse aus dem Drucker. Axel ging sie mit uns durch und erklärte die Konsequenzen für’s Training. Nunja: teilweise ist es etwas verwirrend, da die laut Analysesoftware empfohlenen Trainingsbereiche doch recht stark von unseren Erwartungen abwichen – je nach Läufer nach oben oder nach unten. Nach dem Freibuger Modell habe ich beispielsweise einen GAT1-Bereich von 160-164 bei 191 Hfmax. Darüber wird sicherlich noch zu diskutieren sein. Bei vollkommen konsequenter Umsetzung der Empfehlungen wäre das nämlich mein letztes gemeinsames Training mit chamey und phisei gewesen…

Am Abend ging es dann auf die Bad Hindelanger Tartanbahn. Obwohl ich im Schulsport eine sehr gute Sportanlage benutzen durfte, ist dieses Oval schon ein besonderes Exemplar. Der Belag ist nicht mehr der frischste, aber dafür läuft man auf allen Seiten umgeben von Bergen. Das sorgt schon fast für Gänsehautgefühle. Jedenfalls haben wir die Bahn genutzt, um ein ausführliches Lauf-ABC durchzuführen und unsere Sprintfähigkeiten über 400 m und 100 m zu testen. Und um nochmal so richtig Laktat nachzubilden.

Damit nicht genug! Am heutigen Sonntag haben wir noch einen langsamen aber langen Lauf gemacht. Dabei waren wir zu fünft, da gestern abend der alpenpuls(ar) noch zu uns gestoßen war. Die Belastung vom Vortag ließ sich nicht leugnen und die Grippeimpfung tat ihr übriges, die Leistungsfähigkeit ein klein wenig zu schmälern.

2016-04-18T20:50:41+00:00

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