Vienna – aus Sicht von Lotte

ALSO: viel gibt’s von meiner Seite nicht mehr zu schreiben, das liest ja sonst kein Mensch mehr! 😉

Ich fand es GIGANTISCHSUPERMEGAKLASSEULTIMODENTRÄNENNAHEINFACHNURTOLL und ich freue mich auf den nĂ€chsten (dann bitte auf Zeit und mit mehr Training), trĂ€ume jede Nacht von ZieleinlĂ€ufen und feierenden anfeuernden Leutchen neben der Strecke.

Es begann alles mit diesem elenden Knie. Warum muss es eine Woche vor Wien weh tun? schlechtes Timing oder alles nur im Kopf? Fakt war: Es tat weh und war dick und zwar an genau der Stelle auf die ich drei Wochen vorher gestĂŒrzt war. Also: Lauftraining einschrĂ€nken, Ibu schlucken, Ibu steigern, Ibu weiter steigern, wird immer noch nicht besser, also meine non-plus Ultra Bandage dazu, Lauf-Funktionstest vier Tage vorher, Schmerzen anfangs, aber dann super. Perfekt, wird schon klappen! Und dda Ibu vom Arzt verschrieben wurde, konnte ich das selbst gegenĂŒber dansic vertreten – nein, dansic, das ist KEIN Doping gewesen! auf Rang 4429 ist das sowieso nicht relevant.

Zur Vorgeschichte noch eins: Ich HASSE Kohlenhydrate! Ich hatte gerade eine perfekte Woche Salat, Obst und GemĂŒse eingelĂ€utet. Mein Körper schrie förmlich danach. Aber nein, ich musste / sollte ja Carboloading betreiben. BĂ€h! Kaiserschmarrn mittags, Nudeln mittags, Nudeln abends, Kartoffeln, Brot, Pizza – am Samstag ging der Wecker und ich dachte nur: Nicht schon wieder essen! Ich bin wirklich froh, dass jetzt wieder Wein und schwarze Schokolade dran sind. Und ich hoffe fest, dass die Vitamine auch wieder kommen.

[Ich sehe gerade, es wird doch lĂ€nger…]

Nun zum Lauf: Wir sind zu langsam losgelaufen. 6:10 waren geplant, aber Phi wurde schon auf der BrĂŒcke panisch, als ich anziehen wollte. Tja, dann waren wir drin im Trott der langsamen Halbmarathonis und noch langsameren Finishers. Die Sonne knallte, die Stimmung war toll, die Stadt wunderschön, die HĂ€user – oh man, diese wunderschönen HĂ€user – warum soll man da schnell laufen? Mein Zeigefinger ging von der einen in die andere Richtung, stĂ€ndig mit der Aussage: „Oh, Phi, guck mal hier! oh guck mal da! oh ist Wien schön!“. Ich bin auch noch nie so entspannt gelaufen, habe mit so ziemlich jedem abgeklatscht, mit der Menge gesungen… und ich habe noch nie so viel getrunken, geschweige denn bin ich jemals bei einem Lauf auf die Toilette gegangen. Man kann wirklich von einem Ausflug sprechen.

Begeistert war ich vom Publikum, selbst die Kids haben uns angefeuert, mit ernstem Blick, bei der GetrĂ€nkeausgabe: „Sie schaffen das!“ – na klar schaffe ich das, und Ihr seid’s einfach klasse! 🙂

Weniger schön fand ich Kilometer 15 bis 28, die waren öde, warum auch immer. Aber ab der 30 wurde es gut und spannend, da ging noch was – Tempo halten (naja, das langsame Tempo einfach aufrechterhalten), immer halten bis km 37, dann anziehen, das war mein Plan. Blöd, das phi nicht mitmachen wollte , er wollte lieber ein Gel, meine Beine wollten Gas geben. Das Heulen und die SentimentalitĂ€t bei km 35 auf der Matte („oh, jetzt geht die SMS mit meiner Zeit an meine Eltern, meine Schwester und den Trainer!“) und spĂ€ter alle 100 m („oh, phisei, wir laufen einen MARATHON! einen echten Marathon! wir laufen jetzt einen Marathon! wir sind Marathonis! ist das nicht toll?!“) lagen schon hinter uns, jetzt wollte ich mich an Marquardt und Trainer halten: Gas geben! aber nix war… gar nix…  Vielleicht war es meine Euphorie, vielleicht Kieser, vielleicht die fehlenden km bei phisei im Training, vielleicht der Kopf? Fakt war: Erst bei km 41 bin ich dann doch losgelaufen und hatte einen irren Spaß.

Nur der Schluss-Spurt ins Ziel wurde mir regelrecht versaut: Gerade noch wollte ich ein MĂ€del auf der Ziellinie ĂŒberholen, da greift sie zur Hand ihres Partners, blockiert die Spur, ich bleibe hinten, komme gar nicht mehr vorbei, und die beiden genießen ihren gemeinsamen Zieleinlauf. Da war es wieder, das schlechte Gewissen… sowas wollten phisei und ich ja eigentlich auch …

irgendwann zwischendrin

lotte-zieleinlauflotte-im-zielSchlechtes Gewissen im Ziel, die Freude, phisei wieder zu sehen, die Unruhe, dansic zu finden, die Eile, alle sofort zu informieren, der verrĂŒckte, verkrampfte Magen und die wenige Zeit bis zur Entspannungs-Fiaker Fahrt – das waren meine ZieleindrĂŒcke.

Eins ist mal klar: NIE WIEDER EIN LAUF OHNE PACEMAKER!

und noch was: NÄCHSTES MAL AUF ZEIT!

aber erstmal: Aletsch Halbmarathon, ohne Zeit, ist ja der erste offizielle Berglauf 😉

und phi: Es war genau richtig laaaangsam anzulaufen und Spaß zu haben – ansonsten hĂ€tte ich wohl kaum Lust, schon wieder laufen zu gehen!

PS: à propos essen, laufen, abnehmen und Marathon: am Dienstag danach habe ich dank Carboloading satte 2 (!) KILOGRAMM mehr gewogen! nochmal: bÀh!

Ein Gedanke zu „Vienna – aus Sicht von Lotte

  • 04/29/2009 um 8:30 am
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    …. naja vielleicht hast du das mit dem carbolading etwas ĂŒbertrieben.. eine ordentliche portion pro tag ist sicherlich aussreichend, schließlich willst du ja nicht die tour de france bestreiten (meine gĂŒte – was mĂŒssten die den dann alles essen?)…

    das nĂ€chste mal wird’s nur 1 kilo mehr! dann lĂ€ufst du ja auch schneller (grins).

    armer phisei! jetzt geht das lauftrainign wohl erst richtig los…

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