Endlich richtig Radfahren – mit dem Woom 4!

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Beim Fahrradfahren lernen verhält es sich ganz ähnlich wie beim Laufen lernen – die einen Kinder sind regelrechte Überflieger, die anderen Spätzünder. Am Ende lernen es fast alle. Ein Großteil ist sicherlich Veranlagung oder eine Frage des Interesses. Aber auch das richtige Fahrrad spielt mitunter eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es sollte zur Größe des Kindes passen, zur Ergonomie, es muss leicht zu handeln sein, dem Kind auch optisch zusagen, und vor allem LEICHT sein. Besonders beim letzten Punkt, dem Gewicht des Kinderfahrrads, finden sich auf dem Markt massive Unterschiede.

Unsere Tochter hat sich anfangs sehr schwer getan mit allem, was Räder hat (außer unserem Chariot). Dabei sind wir eigentlich ganz nach Lehrbuch vorgegangen: Zu Beginn gab es ein Puky Wutsch und das obligatorische Bobby Car. Beides stieß leider auf herzlich wenig Interesse. Es folgt ein sehr cooles Kokua Laufrad, welches einen Tag lang attraktiv war und dann bis zum vierten Geburtstag gnadenlos ignoriert wurde. Am meisten Begeisterung weckte noch ein Kinderroller mit drei Rädern – zumindest fürs Rollern im Hinterhof. Im Endeffekt zog es unsere Tochter aber jahrelang vor neben ihren Freunden (allesamt auf Kinderfahrrädern!) herzurennen.

Das erste echte Fahhrad kam zu Weihnachten

Der Durchbruch kam an ihrem vierten Geburtstag, als wir ihr Kokua einfach mal zum Wandern mitgenommen haben. Irgendwie hat es Klick gemacht: Sie fuhr nur noch querfeldein über die Wiesen und fand größte Freude daran, sich mitsamt des Laufrads ins Gras zu schmeißen. Immerhin hat sie auf diese Weise ihre Angst vorm Fallen verloren. Vielleicht hätten wir einfach schon früher mit ihr mitten in der Pampa auf matschigen, hügeligen Wiesen das Radeln ausprobieren sollen und nicht auf den schnöden Gehwegen in der Stadt. Vielleicht hat sie aber auch nur eine Weile gebraucht, um sich fürs Radfahren zu interessieren.

So gut das Kokua ankam, so schnell ist sie leider wieder herausgewachsen. Es war an der Zeit für ein richtiges Kinderfahrrad mit Pedalen – und dieses überreichte ihr ganz klassisch und feierlich ihre Patentante (nach intensiver Beratung im Fahrradladen ihres Vertrauens): ein Specialized Girl’s Hot Rock Coaster 14.

Unsere Tochter war hin und weg! Ehrlich gesagt, hatte ich selbst noch nie so ein lässiges Fahrrad. Optisch passte einfach alles: die Farben, der Look, der Outdoor-Touch. Für die ersten Fahrversuche fand ich auch den Griff am Sattel praktisch, mit dem wir die Kleine (natürlich ohne Stützräder) stabilisieren und anschieben konnten. Auch die Rücktrittbremse erwies sich als hilfreich und leicht zu erlernen.

Zwei Nachteile hatte das Hotrock: Die Ergonomie – Sitzposition und Kniehub – war nicht ganz optimal und das Rad war sehr schwer. In der Ebene war das nicht schlimm, aber sobald es nur minimal bergauf ging (was man eher als “Hubbel” denn als “Hügel” bezeichnen würde), ging es nicht mehr weiter. Unsere Tochter hatte einfach keine Kraft, das Fahrrad auch nur einen halben Höhenmeter bergauf zu bugsieren. Das lag einerseits an der ungünstigen Antriebsübersetzung und kleinem Pedalweg, andererseits am relativ betrachtet sehr hohen Gewicht des Fahrrads im Vergleich zu ihrer doch eher zarten Statur. Das frustrierte sie natürlich ungemein. Spätestens, wenn es darum ging, das Fahrrad unseren Hausberg (immerhin 55 Höhenmeter!) hochzuschieben, waren Dramen vorprogrammiert. Das ist auch kein Wunder, denn in Relation zum eigenen Körpergewicht gesetzt hätte ich mindestens ein 45 kg Fahrrad hochschieben müssen.
(Worauf ihr beim Kauf eines Kinderfahrrads achten solltet, könnt ihr in einem anderen Artikel nachlesen.)

Der Coolness-Faktor des Spezialized machte zum Glück einiges wett, sodass sie trotzdem – mal mehr und meistens eher weniger motiviert – am Thema dran blieb.

Uns war durchaus bewusst, dass das Thema Gewicht bei einem Kinderfahrrad enorm wichtig ist. Kinderräder wiegen leider oft fast genauso viel wie Fahrräder für Erwachsene. Im Vergleich zum geringen Körpergewicht eines Kindes ist das einfach nur massig. Deshalb wollten wir für die nächste Größe unbedingt ein echtes Lightweight-Kinderrad auswählen. Es gibt nur weniger Hersteller, die Kinderräder mit 20″ Reifen unter 8 kg anbieten. Unsere Wahl fiel auf ein Woom 4.

Woom – das bessere Kinderfahrrad

Woom ist ein Hersteller aus Österreich, der sich auf Kinderfahrräder spezialisiert hat. Angefangen hat es bei den beiden Gründern mit der Suche nach einem perfekten Rad für den eigenen Nachwuchs. Leicht sollte es sein, die Ergonomie sollte passen, es sollte den Kindern gefallen. Sie waren eben schlicht auf der Suche nach dem idealen Kinderfahrrad. Erfolglos. Was dann folgte ist heute die Entwicklungs- und Erfolgsgeschichte der Gründer: Experimentieren, tüfteln, testen, optimieren. Am Ende standen sechs verschiedene Bikes für Kinder von eineinhalb Jahren bis zu Teenies mit 14 Jahren in der Werkstatt. Für jeden ist die passende Größe jetzt im Portfolio. Vom Laufrad, über Single-Speedräder bis hin zu Automatik- und Schaltversionen.

Der Testkandidat: Ein lila-farbendes Woom 4 mit einer 8-Gang Shimano Kettenschaltung und glänzenden 20″ Laufrädern überzeugte unsere Tochter schon beim Auspacken aus dem riesigen Karton. Sie war kaum zu bremsen und wollte am liebsten direkt eine Runde drehen – aber zuerst musste Papa noch das mitgelieferte Werkzeug bemühen und das Fahrrad fertig montieren. Dank ausführlicher Beschreibung und sicherer Vormontage war alles kein Problem und binnen einer halben Stunde erledigt.

Die erste Sorge machte sich dann bei unserer Testfahrerin breit, als es um die Bremsen ging. Wie soll man denn bitte ohne eine Rücktrittbremse zum stehen kommen? Alles eine Frage der Übung. Aber auch hier hat der Hersteller im Vergleich zu anderen Herstellern mitgedacht. Zum Einsatz kommen extra für Kinder hergestellte und angepasste Mini V-Bremsen mit einem kleinkindgerechtem Hebelverhältnis. Im direkten Vergleich mit der alten Felgenbremse des Hotrock merkt man direkt den Unterschied: starkte Bremswirkung bei niedrigen Hebelkräften auf kurzem Weg. Und das auch noch gut zu dosieren. Perfekt.

Wozu man eine Schaltung benötigen würde und wie man die bedient, waren dann die nächsten Fragen. Auch hier wurde wieder eine gute Lösung gefunden. Dank einer SRAM Grip Shift Schaltung (mitsamt Ganganzeige), ein Drehgriff wie der Gashahn beim Motorrad, ist das Rauf- und Runterschalten schnell erklärt und vor allem gelernt.

Also ab auf die Straße bzw. auf den Fußweg am See entlang. Ein, zwei, drei – schon war die Angst vorbei. Dank tiefem Einstieg, niedriger Sitzposition, guter Lenkgeometrie und breitem Lenker für gute eine Balance war der Umstieg super schnell geschafft. Auch die Umstellung auf das Bremsen ohne Rücktritt war nach kurzer Zeit kein Thema mehr – genauso wie die kleinen Hügelchen mit ein paar Höhenmeter Steigung. Ein Hoch auf die Schaltung.

Fazit der Redaktion bzw. der Testerin

Einfach super, Radfahren macht jetzt einfach Spaß.

Und das Gewicht? Mit nur 7,6 kg zählt das Woom 4 trotz Schaltung zu den leichtesten 20″ Kinderfahrrädern auf dem Markt. Zugegeben, es gibt viele deutlich billigere Räder, aber die gebotene Qualität rechtfertigt nach unserer Meinung den Preis. Immerhin dürfen auch Mamas (oder Papas) mit einem Gewicht von bis zu 70 kg auch auf dem Fahrrad fahren.

Ein perfektes Rad also? Ja, also fast, zumindest muss ich ja auch irgendeine Kritik loswerden. Vielleicht hätten wir statt lila (purple haze vom Hersteller genannt) eine andere Farbe wählen sollen. Nicht, weil das Fahrrad nicht gut aussieht, sondern unser Sohn lieber ein grünes will. Da werden wir wohl noch ein zweites kaufen müssen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nicht von Woom Bikes gesponsert. Die Tatsache, dass wir einen Einkaufsrabatt auf den Erwerb des Fahrrads erhalten haben, bleibt ohne Einfluss auf unsere Meinung und unseren Text. Lest den Outdoor Blogger Codex für mehr Informationen über Bloggertransparenz.

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