Ein Stück Natur für unsere Kinder

„Eine kalte, kristallklare Nacht voller Sterne liegt hinter uns. Warm eingepackt in Schlafsäcke beobachten wir nahezu verträumt, wie die aufgehende Sonne die letzten Reifreste auf der Plane in Wasserperlen verzaubert. Mit den ersten wärmenden Strahlen öffnen wir unser Zelt, ziehen unsere Jacken an und staunen über das Naturpanoramakino in 3D. Mit einem leisen Fauchen entzünden wir den Gaskocher und genießen kurz darauf einen frisch gebrühten Kaffee abseits des Alltags.“

Habt ihr jetzt auch so wunderschöne Bilder in eurem Kopf? Berge im warmen Licht, unberührte und vor allem intakte Natur, saftige Wiesen, klares Wasser und über allem liegt ein Hauch frischer Luft mit dem würzigen Duft von Gräsern und Kräutern. Fantastisch, oder? Natur pur! Genau so wollen wir das haben. Jetzt, für uns. Und bitte auch noch morgen, für unsere Kinder.

Unseren Müll nehmen wir selbstverständlich wieder mit. Wenn wir noch Platz haben, sogar auch den der Anderen, die nicht gar so sorgsam mit Ihrer Umwelt umgehen. Schließlich wollen wir diese Idylle bewahren. Am besten für alle Zeiten.

Aber leider sieht die Realität oft ganz anders aus.

Hightech für den puren Naturgenuss

Was habt ihr bei euren Outdoor-Abenteuern so an? Die neueste Hightech-Faser renommierter Ausrüster und Hersteller? Natürlich, denn leicht, funktional und vor allem schick soll die Kleidung ja sein. Wasser und Wind werden zuverlässig abgehalten, das Körperklima bleibt auch bei Kälte und Wärme perfekt, der Schweiß des Aufstiegs verschwindet durch atmende Membrane fast wie von selbst. Ein Segen für Sportler, Abenteurer, Wanderer oder in-die-Arbeit-Geher.

Aber zu welchem Preis können solche Wunderstoffe hergestellt werden? Sieht man sich die Fasern einiger Hersteller genauer an, so ist der Kollateralschaden in der Natur durch die Produktion immens. Auch frage ich mich manchmal, wer mit diesen Chemiecocktails eigentlich in direkten Hautkontakt treten will.

Global Footprint in der Textilindustrie

Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte ich einen Artikel zu meiner (damals) neuen Fleece-Jacke. Im Rahmen meiner Recherchen zu diesem Artikel habe ich mich viel mit recycelbaren Materialien, der Verschwendung natürlicher Ressourcen beschäftigt und der Belastung der Umwelt. Betrachtet man den aktuellen Global Footprint der Menschheit, so verbrauchen wir deutlich mehr Rohstoffe, als unsere Erde in gleicher Zeit liefern kann. Eine Rückbesinnung auf ausschließlich natürliche und nachwachsende Stoffe wie Wolle, Filz und Leinen ist zwar in der Theorie schön, leider wohl aber nicht die beste Lösung. Woher denn nehmen, wenn wir schon jetzt zu viel von allem verbrauchen. Recycling und Reduktion der Schadstoffe sind die Zauberwörter.

 

Wir versuchen unseren Kindern von Anfang an beizubringen, ihren Müll nicht unachtsam in der Natur zu entsorgen, Ressourcen sparsam einzusetzen (oder zumindest das Pritscheln am Waschbecken so kurz wie möglich zu halten), sowie Flora & Fauna mit Respekt zu behandeln. Wir spielen nicht Oberlehrer oder setzen Regeln. Wir wollen sie darauf sensibilisieren, ganz ohne Belohnungen selbst für einen korrekten Umgang mit und in der Natur zu lernen. Wir wünschen uns, dass sie es aus eigenem Antrieb heraus umsetzen (auch wenn es manchmal leichter wäre, das Bonbon-Papier einfach fallen zu lassen).

Doch wie kann man eine umsatzgetriebene Industriegesellschaft darauf sensibilisieren? Wie können die richtigen Impulse von Seiten der Industrie gesetzt werden? Ich fürchte, hier kapituliert oft das grüne Gewissen vor dem wirtschaftlichen Erfolg. Aber muss es das wirklich?

Unabhängige Unternehmen wie ClimatePartner ermitteln den (monetären) Schaden, der der Natur während des gesamten Produktionsprozesses und Produktlebenszyklus zugefügt wird. Hersteller können beispielsweise mit den gewonnenen Daten eines CO2-Fußabdrucks die größten Emissionstreiber im Unternehmen identifizieren und Potentiale zur Kosteneinsparung offen legen. Die gezielte Nutzung der Abwärme von Produktionsanlagen oder die Verwendung von Energie-effizienteren Maschinen senken nicht nur Kosten, sondern verbessern zudem die gesamte CO2-Bilanz des Unternehmens. Vielleicht ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Wer im Vergleich einmal seinen eigenen ökologischen Footprint sehen möchte, der kann beispielsweise beim Earth Day Network einen kleinen (nicht wissenschaftlichen) Test machen. Zu meiner eigenen Schande muss ich an der Stelle gestehen, dass ich selbst wohl auch noch Nachbesserungsbedarf habe.

27 Flaschen und eine Jacke

Sympatex möchte im Bereich Umwelt noch einen Schritt weiter gehen und forciert den sogenannten closed loop. Dabei geht es um nicht weniger als einen voll geschlossenen Kreislauf in der Produktion und das anschließende Recycling von Funktionstextilien. In der ausgerufenen Nachhaltigkeitsstrategie steht die konsequente Reduktion und Vermeidung von CO2-Emissionen ganz oben. Dr. Rüdiger Fox, CEO von Sympatex Technologies GmbH, erläutert hierzu im Interview mit dem Blog Wanderwütig:

Die Produktion eines Sympatex-Copolymers erzeugt im Vergleich zu einem PTFE-Polymer ohnehin bereits 50 Mal weniger CO2. Vergleicht man die Herstellung von 1 Kilogramm recycelten Polyester-Fasern mit 1 Kilogramm erdölbasierten Polyester-Fasern, ist die Ökobilanz hervorragend: 32 Prozent weniger CO2, 60 Prozent Energieeinsparung und 94 Prozent weniger Wasserverbrauch. Hier werden anstelle von 60 Litern nur etwa 3 Liter der knappen Ressource verbraucht.“ erläutert Dr. Fox weiter. „Um jeglichen Beitrag zur globalen Erwärmung zu eliminieren, haben wir uns entschlossen, die gesamte Jahresproduktion der Sympatex-Membran für das Jahr 2017 vollständig zu kompensieren. Wir sind somit die ersten, die eine klimaneutrale Membran auf den Markt gebracht haben.

Dass es Sympatex mit den Zielen des „closed loop“ ernst ist, zeigen auch kleine Dinge wie zum Beispiel das ausgehändigte Pressematerial. Auch hier stehen Recycling und Nachhaltigkeit ganz oben, wie Bloggerkollege Basti von Beuteltiere in seinem Bericht treffend bemerkt.

Prototyp einer klimaneutralen Jacke

Nach dem Motto „Industry meets Blog“ startete Sympatex gemeinsam mit dem Outdoor Blogger Network ein Leuchtturmprojekt. Gut zwei Dutzend Blogger und Influencer aus dem Outdoorbereich sollten zusammen mit dem Extrembergsteiger und Umweltaktivisten David Bacci, dem Designer Joe Stocker, Sympatex CEO Dr. Rüdiger Fox, sowie Sympatex Mitarbeitern aus PR, Produktion und Produkt DIE Outdoor-Jacke 4.0 gestalten.

In mehreren Work-Sessions wurden in kleinen Gruppen Erfahrungen, Ideen, Wünsche und Vorschläge gesammelt und anschließend dem Plenum vorgestellt und besprochen. Dabei kamen viele kleine Details an Kapuze, Taschen, Reißverschlüssen, Belüftungen, Kordelzügen und Schnittformen zur Sprache – jedoch waren sich am Ende alle einig, dass nicht die Features alleine zählen: Funktionalität und Nachhaltigkeit sind die beiden wichtigsten Argumente.

Workshop im Karwendel

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig stolz darauf bin, dass ich an einem solchen Projekt teilnehmen durfte. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Sonja von Sympatex, sowie Hendrik und Carsten vom OBN. Es war eine großartige Veranstaltung auf der Mittenwalder Hütte im Naturparl Karwendel, die für mich viel mehr war als nur ein „Presse-Event“.
Ja, wir haben viel „fachlichen“ Input über Produkte, Herstellungsverfahren, Umweltgifte und Technologie erhalten. Ja, wir haben auch schon von vielen Unternehmen gehört, dass sie nachhaltig arbeiten (wollen) und aktiv (versuchen) die Welt (zu) retten. Ich weiß nicht, ob Sympatex beides tatsächlich gelingen wird, jedoch habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie es ernsthaft möchten – oder zumindest in ihrem Bereich alles ein klein bisschen besser machen wollen als die Konkurrenz. Ich sage nur „go for it“, ihr habt meine Unterstützung.

 

 

Natürlich wurde der Workshop von einem ansprechenden Rahmenprogramm eingefasst: So galt es einen eigens von der Bergschule Vivalpin eingerichteten Klettersteig (oberhalb der gerade im Bau befindlichen Lawinenverbauung von Mittenwald) zu absolvieren, der Hüttenwirt wartete mit allerhand Leckereien auf, und zum Abschluss genossen wir noch eine Naturpark-Führung durch zwei Park-Ranger. Beide Exkursionen hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck: Menschen hinterlassen Spuren in der Natur. Und schön sind die in den seltensten Fällen.

Nicht nur etwas für die Presse

Doch wie sieht sie nun aus, die erste klimaneutrale Outdoorjacke?

Um es vorweg zu nehmen: Nein, Sympatex ist nicht unter die Hersteller von Funktionskleidung gegangen. Das Unternehmen ist und bleibt ein innovativer und zuverlässiger Partner der Textilindustrie und produziert weiter hochwertige Stoffe. Mit einer kleiner Ausnahme: der Outdoor-Jacke 4.0

Das fertige Produkt wird auf der Outdoor 2017 vorgestellt und ist dann tatsächlich online bei Sympatex bestellbar. Das beste dabei: Ihr gestaltet sie nach euren Wünschen!

 

Let‘s close the Textile Loop together

 

#SympatexHackathon #SympathyInside #OBNBlogger #DetoxOutdoor
Lesenswerte Berichte zum Thema bei:

jaeger-der-berge.de | Die weltweit erste klimaneutrale Funktionsjacke
lebedraussen.de Outdoor-Industrie vs. Verbraucher: | Wer bestimmt was gekauft wird?
st-bergweh.de | Sympatex: Das bessere Gore-Tex?
wanderwuetig-blog.de | Die Funktionsjacke der Zukunft
wanderwuetig-blog.de | Die erste klimaneutrale Membran
ich-liebe-berge.ch | Entwicklung einer neuen Jacke – 1. Sympatex Hackathon
beuteltiere.org | Was ich vom #SympatexHackathon mitgenommen habe
zhangschmidt.com | Youtube Video-Podcast #SympatexHackathon

 

Hinweis: Die Tatsache, dass wir von Sympatex zu diesem besonderen Projekt eingeladen wurden, bleibt ohne Einfluss auf unsere Meinung und unseren Text. Lest den Outdoor Blogger Codex für mehr Informationen über Bloggertransparenz.

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2017-09-26T11:02:30+00:00

2 Kommentare

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