Wintertaugliche Minimalschuhe im Test: Nicolina von BÄR Schuhe

Barfuß- oder Minimalschuhe für den Winter zu finden, ist teilweise eine sehr frustrierende Angelegenheit. Vor allem, wenn die Schuhe wirklich wintertauglich sein sollen, d.h. nicht nur Schiet- und Matschwetter, sondern echten Minusgraden, Eis und Schnee standhalten sollen.

Gesucht: Minimalschuhe für den Winter

Ich selbst habe meinen ganz persönlichen Lieblings-Winter-Minimalschuh noch nicht gefunden. Entweder die Schuhe sind nicht wasserfest, oder sie haben zu wenig Grip, oder sie sind mir einfach zu kalt. Aber ich durfte einen Schuh testen, der mir ein ganz guter Kompromiss zu sein scheint, und zumindest meine Schwiegermama sehr glücklich macht: das Modell Nicolina von BÄR Schuhe.

BÄR Schuhe stehen für Zehenfreiheit und Nullabsatz-Prinzip

BÄR ist bekannt für hochwertige, bequeme Schuhe mit viel Zehenfreiheit. Hinzu kommt das Nullabsatz-Prinzip, das heißt, Ferse und Ballen liegen auf einer Ebene. Das sind genau die beiden Punkte, die mir persönlich sehr wichtig sind. Hinzu kommt eine hohe Funktionalität, je nach Einsatzzweck.

Ein Blick in den BÄR Katalog ist erst einmal verwirrend: Für jeden Fuß gibt es dort den passenden Schuh, auf Wunsch auch individuell angepasst. Die Auswahl gleicht einem echten Baukasten-System: ob schlanker oder breiter Fuß, mit Fußbett oder ohne, oder gleich ein Barfußschuh aus der Joe Nimble Kollektion. Manch einer mag von der Auswahl anfangs vielleicht etwas überfordert sein. Sicher aber ist: Hier wird jeder fündig, ob auf der Suche nach Barfußschuhen oder Minimalschuhen. Als kleine Spielerei gibt es obendrein einen Online-Schuh-Konfigurator für NimbleToes (Barfußschuhe).

Nur Kinderschuhe stehen leider nicht zur Auswahl, los geht es erst ab Größe 36.

Der Winterschuh Nicolina von BÄR Schuhe

Ich durfte den Damen-Winterschuh Nicolina von BÄR an einem sonnigen Wintertag mit viel Schnee testen. Aufgefallen ist mir zuallererst das kräftige Rot und dann das flauschige Futter (80% Schurwolle, 20% Polyester). Da wird der Fuß allein schon beim Anschauen mollig warm. Das Außenmaterial besteht aus Hirschleder mit Kalbveloursleder. Der Schuh ist richtig bequem und vor allem warm. Beeindruckt hat mich die dicke Vibram Sohle. Im Gegensatz zu reinen Barfußschuhen sieht die Sohle wirklich wintertauglich aus.

Dieser Eindruck konnte auch beim Winterwandern und Rodeln bestätigt werden: erstklassiger Grip im Schnee und keine nassen Füße. Und das, obwohl die Schuhe, laut Verkäuferin, vorher besser hätten imprägniert werden sollen. Nicolina wird mit einem herausnehmbaren 3 mm Fußbett sowie einer 3 mm Fersenpolsterung geliefert. Nimmt man beides heraus, hat man einen neutralen Schuh ganz ohne Sprengung.

Langzeit-Test und Erfahrungsbericht

Während meine Schwiegermama von ihren Schuhen absolut begeistert ist und diesen Winter zahlreiche Winterwanderungen damit unternommen hat, würde ich sie für mich nicht kaufen. Sie sind mir für meinen Alltag einfach zu unsportlich. Hinzu kommt, dass mir der Schuh nach kurzer Zeit an der Achillesferse rieb, was ich als recht unangenehm empfand. Unsere Langzeit-Testerin Beate meint dazu jedoch:

„Diese beschriebene Reibung in der Ferse hatte ich in den ersten Anläufen auch empfunden, aber bald danach hat sich der Schuh meiner Fußform angepasst, sodass ich mich heute nur noch bequem darin fühle. Des weiteren ist mir positiv aufgefallen, dass der weiche Stütz im Schuh zulässt, mal mit dickeren oder dünneren Socken, je nach Belieben, grundsätzlich ausgleichend wirkt und ich immer die perfekte Innenumgebung habe. Das hängt wohl zusätzlich mit der Schnürung zusammen, die optimale Flexibilität erlaubt. Apropos Schnürung: Die Flachschnürsenkel sind genial, kein Aufdröseln oder Aufspringen!“

Ein paar kleine Wermutstropfen haben wir am Ende dennoch gefunden: Mit 249 € (laut Katalog) bewegen wir uns mit den Nicolina von BÄR in einem sehr hohen Preissegment. Auch handelt es sich um einen Lederschuh. Wer Wert auf vegan legt, für den ist dieser Schuh also nichts. Ein weiteres Manko ist die Sohle, trotz Vibram: „Auf eisigglattem Boden verliert der Grip an Zuverlässigkeit, da wird gute Konzentration und ganz ebenes Aufsetzen erforderlich.“ Aber gut, für Eis braucht es schlimmstenfalls einfach Spikes oder Schneeketten für die Schuhe. Mein Lieblings-Hilfsmittel für eisige Wege sind die Chainsen Light Spikes: super leicht, klein, handlich und schnell angezogen.

In der Gesamtsumme finde ich die Winterstiefel von BÄR sehr gelungen, optisch (für Winterschuhe) recht ansprechend, und vor allem alltagstauglich. Was noch viel wichtiger ist: Ob Eis oder Schnee, die Füße bleiben warm und trocken, die Sprengung geht gegen Null (je nach Fußbett-Wahl) und die Zehen haben viel Platz. Kurzum: Für alle, die auch im Winter Wert auf einen Barfuß- oder Minimalschuh legen, kann der Nicolina von BÄR eine interessante Option sein.

Habt ihr Tipps für gute, wintertaugliche Barfuß -oder Minimalschuhe? Wasserfest, rutschfest und schneetauglich? Oder tragt ihr einfach klassische Winter-Boots?

Wenn euch das Thema Sprengung nicht so wichtig ist, schaut euch doch mal die Timberland Holly Tall Duck Boots an, oder deren Nachfolger.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nicht von BÄR gesponsert und spiegelt unsere ehrliche Meinung wieder. Der Artikel enthält außerdem Affiliate Links, die zur Finanzierung des Blogs beitragen. Wenn ihr über diese Links bei Amazon einkauft, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch kostet der Einkauf dadurch nicht mehr, aber wir freuen uns. 

 

2017-11-08T15:23:17+00:00

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